Nur die Reichen sterben früh

Die drei Tode des Adels


Strophe 1:

In die Taverne tritt ein,
wie sollt's anders sein,
ein Mann reich und fein,
will einen Becher Wein.

Zu ihm an den Tresen
kommt ein hübsches Wesen,
sieht den Beutel so dick,
denkt sich 'Was für ein Glück!'

Macht ihm schöne Augen,
er kann's gar nicht glauben,
und merkt daher nicht,
was sie ihm einmischt.

Mit einem Spruch auf sein Wohl
fließt der Alkohol.
Rinnt die Kehle herunter
und sie lächelt so munter...


Refrain:

Aus dem Leben gerissen,
wie sollt' er auch wissen,
dass sein Ende wird sein
ein Becher mit Wein.

Aus dem Leben gerissen,
wie sollt' er auch wissen,
dass sein Ende wird sein
das Gift in dem Wein.


Strophe 2:

Auf dem Marktplatz so munter
treibt's das Leben noch bunter!
Wolle, Tuch, Seide fein,
wer reich ist kauft ein.

Auch die ärmeren Leute
zieht's zum Marktplatz heute,
zu verkaufen die Waren
oder Betteln nach Barem.

Der reiche Mann in der Gasse,
inmitten der Masse,
hat im Umhang verhü,llt
eine Kasse gefüllt.

Wird durchbohrt von den Blicken
in seinem Rücken,
sieht das Messer nicht kommen,
das sein Leben genommen...


Refrain:

Aus dem Leben gerissen,
wie sollt' er auch wissen,
dass sein Ende wird sein
eine Klinge so fein.

Aus dem Leben gerissen,
wie sollt' er auch wissen,
dass sein Ende wird sein,
dass man stach in ihn rein.

Strophe 3:

Und die dritte Strophe
spielt an einem Hofe.
Zwei Brüder, die Herrn,
man hatte sie gern.

Doch Prinz war nur einer,
der and're war keiner.
War später gebor'n,
den Anspruch verlor'n.

War verdammt nur zu warten
auf des Bruders Taten.
Wollt' sich nicht einfügen,
sponn lieber Intrigen.

Tag der Jagd rückt heran,
Bruder hat schon 'nen Plan:
Geht der Pfeil wohl daneben,
raubt Prinzen das Leben...


Refrain:

Aus dem Leben gerissen,
wie sollt' er auch wissen,
dass sein Ende wird sein
klein Brüderlein.

Aus dem Leben gerissen,
wie sollt' er auch wissen,
dass sein Ende wird sein,
der Bruder allein.

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