Tales of Tamar I

Das Spiegelfest


Es begab sich nun also zum Jahr 119 nach Abanor, da ein jeder Herr von Tamar zum Spiegelfest nach Kranichsquell geladen war. Alle freuten sich auf eine schöne Feier in diesem, an einem idyllischen Wald gelegenen, Ort. Ein jeder war guter Dinge. Die Barden waren weit gereist, um zum Tanze aufzuspielen, Händler preisten ihre Waren an und das Met floss fässerweise. Doch nichts war so friedlich, wie es schien...

Tja, so weit waren die schriftlichen Überlieferungen von diesem Ereignis noch vorhanden. Aber der Reihe nach.

In Kranichsquell sollte ein Fest stattfinden, bei dem auch ein altes Ritual durchgeführt wird. Es war viel Volk anwesend von allerley Ländern und Rassen.
Zum Abend begrüßte uns der Bürgermeister Benno Hahnentritt herzlich und erzählte uns von Übergriffen von marodierenden Drakhs in den letzten Tagen. Man hatte sogar einen von ihnen gefangen genommen und in einer Verhandlung zum Tode verurteilt, da er einige der Bauern ermordet hatte. Die Hinrichtung wurde von den Gästen mit gemischten Gefühlen verfolgt.











Nach diesem betrüblichen Abschnitt wurde der Abend aber doch etwas festlicher. Die Leute wurden von einem jungen Priester zu einer Feuerstelle geführt und er begann mit einem uralten Ritual, zu dem er jeden Gast zur Teilnahme einlud.
Wir zogen zu einem kleinen See inmitten des Waldes. Es war schon ziemlich dunkel, und es hatte am Tage gerade aufgehört zu regnen, also war der Wald die reinste Rutschpartie, und so mancher ging auch ohne Feindkontakt sehr schnell zu Boden.

Der Priester hatte nur einige Worte gesprochen, als ein Rumoren begann und ein dumpfes, tiefes Brüllen anhob. Den Anwesenden war schnell klar, dass da etwas gehörig schief lief.
Aus dem See stiegen Monster, die wie Fischwesen auf zwei Beinen aussahen, und griffen die Gäste an. Da war die Furcht groß und die Verzweiflung nicht weit. Mehrere Leute wurden nach kurzem Kampf getötet, der Rest floh zurück zum Dorf, das besser zu verteidigen war als ein wässriger Tümpel inmitten eines dunklen Waldes.

Nachdem sich die Leute an der einzigen Quelle für Neuigkeiten und alkoholische Getränke , der Taverne, versammelt hatten, begann ein großes Pallaver, was geschehen war. Magier, Krieger, Schriftgelehrte und weitere hilfreiche Köpfe wurden zusammengesteckt, um das Rätsel zu lösen. Man kam zu dem Schluss, dass der junge Priester ein falsches Ritual durchgeführt hatte. Aber des war noch nicht einmal eine Lösung in Aussicht, als aus dem Wald die schon vorher beobachteten Fischgeschöpfe kamen, und das Dorf angriffen.

Eine Gruppe von mutigen (?) Gästen hatte ihre Zelte auf halber Höhe zwischen dem Dorf und dem Wald aufgeschlagen. Sie hatten das Glück über jeden Angriff der Monster als Erste informiert zu sein, da sie sprichwörtlich in der ersten Reihe standen. Kaum war eine Welle von Monstern und Dämonen zurückgedrängt und die Wunden verbunden, da folgte die nächste Attacke.









Eine lustige Annekdote gaben am nächsten Morgen noch die Toten vom Vorabend ab. Obwohl mehrere Zeugen gesehen hatten, wie diese Gäste den Tod fanden, standen sie putzmunter auf dem Dorfplatz und amüsierten sich darüber, dass sie von allen wie Geister angestarrt wurden. Die (Un-)Toten schworen allerdings Stein und Bein, dass Freitag wäre, obwohl doch jeder wusste, das es Samstag war. Ihnen fehlte jegliche Erinnerung an einen vollen Tag.

Die Lösung des Problems wurde also immer dringender. Schnell war den Leuten klar, dass sie das Ritual in der richtigen Weise durchführen mussten. Leider war das gar nicht so einfach, denn die Chroniken, die darüber Aufschluss hätten geben können, waren entwendet worden. Nach deren Wiederbeschaffung ergab sich das nächste Problem. Es waren nicht weniger als 4 verschiedene Rituale beschrieben, die sich alle voneinander unterschieden. Man entschied sich für einen Ablauf, der am meisten mit allen Beschreibungen übereinstimmte.

Auch wenn man den Eindruck gewinnen konnte, dass ja nun alles schon klar war, so täuschte man sich. Das Ritual sah vor, dass man ein Kind oder ein Embryo der Fischwesen über einem Feuer opferte. Diese Monster waren ja schon nicht gerade freundlich, als sie das Dorf überfielen.
Sie wären bestimmt nicht so glücklich darüber, wenn man ihnen ihren Nachwuchs wegnimmt, um ihn zu opfern. Und so war es auch ein großes Hauen und Stechen, bis ein Ei der Fischwesen in unsere Hände fiel. Da war die Freude groß und die hohen Verluste schon fast vergessen. Leider gab es da noch ein kleines zeitliches Problem. Nach dem mißglückten Ritual des jungen Priesters durften keine 24 Stundengläser verronnen sein, bis das richtige Ritual durchgeführt wurde, oder der Dämon Glaberrat wäre vom Grunde des Seen aufgestiegen.
Dorthin hatten ihn vor vielen Jahren einige Druiden verbannt. Der Bann musste alle Jahre durch ein Ritual erneuert werden. Aber über die Jahre ging der richtige Ablauf des Rituals durch die fehlerhaften Überlieferungen fast verloren.

Das Ritual wurde von einer handvoll Leuten abgehalten, während sie von den Kriegern beschützt wurden. Glabberat, der immer mehr an Kraft gewann, schickte zwar noch einige Horden von Monstern, um das Ritual zu verhindern, aber letztendlich gelang es doch, alles korrekt durchzuführen. Der Dämon wurde in zurück in die Tiefen des Sees gebannt, und die letzten Alkoholreserven in der Taverne vernichtet.









Nun, soweit zu diesem Abenteuer. Alle Reisenden konnten Kranichsquell heil und in einem Stück verlassen.




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